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Anatomische Grundlagen

Die Knochen des Mittel- & Vorfußes liegen nebeneinander, Talus & Calcaneus übereinander. Dies führt zur Ausbildung eines Längs- und eines Quergewölbes. Das Längsgewölbe ist am inneren Fußrand stärker ausgeprägt. Das Quergewölbe findet sich im Mittelfußbereich. Die Fußgewölbe sind durch aktive & passive Strukturen verspannt. Dies ist zum einen der Bandapparat mit Plantaraponeurose, Lig. plantare longum und Lig. calcaneonaviculare plantare (Pfannenband) und zum anderen die Muskulatur mit den Sehnen der langen Fußmuskeln und der kurze Fußmuskeln.

Die Funktion von Längs- und Quergewölbe ist die optimale Übertragung von auf den Talus wirkenden Kräften auf Vor- & Rückfuß, wobei das Körpergewicht hauptsächlich über die drei Punkte Ferse, Großzehengrundgelenk (Großzehenballen) und Kleinzehengrundgelenk (Kleinzehenballen) getragen wird.
Der Fuß ist somit mechanisch gesehen ein asymmetrisches Dreibeinstativ!
Das Fußgewölbe ist als Stoßdämpfer für die Funktion des Fußes unerlässlich und es ist somit essentiell sowohl Erkrankungen mit Absinken des Fußgewölbes z.b. Senk-Spreizfuß als auch Erkrankungen mit zu stark ausgeprägtem  Fußgewölbe z.b. Hohlfuß adäquat entgegenzuwirken.

Die Funktion des Fußes beinhaltet statische Funktionen (Halten des Gleichgewichts auf relativ kleiner Standfläche) und dynamische Funktionen als Teil des Bewegungssystems (Einwirken von Kräften im Bewegungszyklus: Bodenreaktionskraft, Beschleunigungs- und Bremskraft). Flexibilität und Stabilität im Fuß sind somit essentielle Faktoren bei der Fortbewegung und beim Stehen. Durch die federartige Funktionsweise des Fußes kommt es zum Nachgeben beim Landen des Fußes & Entladen der Kräfte beim Abstoßen des Fußes.

Bei sportlicher Belastung wird der Fuß durch hohe Kräfte in kurzer Zeit belastet, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko bedeutet. Die richtige Fußstellung in Alltag & Sport ist für optimale Kraftübertragung und gleichmäßigen Belastung des Fußes unerlässlich. Die Gesamtkörperkoordination (v.a. Körpermitte) ist ebenfalls für eine optimale Fußbelastung wichtig, da die Fußmuskeln zu klein und schwach sind um grobe Dysbalancen des Rumpfes auf Dauer zu korrigieren.

Funktion von Sporteinlagen

  • Erhöhung des Komforts           
  • Schutz der Strukturen vor Überlastungen           
  • durchgängiger Kraftschluss zwischen Fuß und Schuh   
  • Druckumverteilung von Kraftspitzen bei Überschreitung eines kritischen Wertes (70 N/cm²)
  • physiologische Unterstützung der medialen, lateralen und transversalen Gewölbestruktur
  • Reduzierung der Tibiarotation
  • Aktivierung der Muskulatur
  • Erhöhung der sensorischen Wahrnehmung
  • Verbesserung des Fußklimas
  • Reduzierung von Blasenbildung
  • sensorisches, neurologisches oder klassisch-mechanisches Konstruktionsprinzip

Kriterien für Sporteinlagen

1. angepasste Längsgewölbestütze
  • flache mediale Gewölbestütze für abgesunkene Gewölbe
  • sensorischer Impuls an die Muskeln der medialen Unterschenkelloge durch Verkürzung d. Strecke zw. Ansatz & Ursprung (mechanische Belastungsgrenze der Haut als Grenzwert)
  • zu starke mediale Gewölbestütze v.a. bei Senkfüßen 
  • während  Belastungsperiode Kompression der Muskelbäuche der kurzen Fußsohlenmuskulatur & starke  Irritation  der Haut (Blasenbildung)
  • supinatorischer Kraftimpuls  Störung des korrekten kinematischen Bewegungsablaufes  Fehlbelastung lat. OSG-Seitenbandkomplex & Achillessehne
  • flache laterale Anhebung des os cuboideums zur Vorinnervierung der Pero-neusgruppe: propriozeptiver Reiz um Supinationstraumen vorzubeugen
2. passende Vorfußpelotte
  • Entlastung durch Druckumverteilung unterhalb der Metatarsalia II und III bei kritischen Druckwerten
  • Verwendung von flachen & weichen Pelotten
  • zu hohe und zu harte Pelotten
    Verspannungen der Fußsohlenmuskulatur & Irritationen der Plantarsehne
  • Einsatz von retrokapitalen Pelotten im Sport umstritten
    da Druckumverteilung nur bei Auflage der gesamten Fußsohle (Stützphase) Spitzendrücke unterhalb der Metatarsalia aber in Abdruckphase (sobald Ferse & Mittelfuß vom Boden abgehoben) retrokapitale Vorfußpelotte führt in dieser Phase zu unerwünschter Verspannung der Plantarsehne
  • Umstritten: Großzehen-Release (Großzehenaussparung) moderate Vertiefung im Großzehenbereich zur Entlastung der Großzehe und besseren Führung des Fußes über Großzehe in Abstoßphase
3. optimale Passform
  • Berücksichtigung der Umrissmaße & Dicke der bestehenden Innensohle bzw. Ersatz dieser durch die Sporteinlage
  • Berücksichtigung der Sprengung des Schuhs (aktuelle Tendenz im Sportschuhbau zu niedriger Sprengung (früher 12-14 mm aktuell 0-12mm))  höhere Sprengung verringert Spannung der Achillessehne geringere Energie beim Abstoßvorgang des Fußes
  • Passformoptimierung vor allem im Rückfußbereich durch optimale Fersenschalung
  • Zentrierung der Ferse in der Aufsetzphase
  • Entkoppelung von Rückfuß gegenüber Mittelfuß
    Versteifung oder zu hart ausgeführter Rückfußbereich führt bei initialem Fersenkontakt zu Zunahme der Pronationsgeschwindigkeit (Einlage wirkt wie Hebel unter Fuß)
4. Komfort
  • wichtig für Compliance & Kundenzufriedenheit 
5. Gewicht
  • Gewicht beeinflusst Schwungphase des Spielbeins: wirkt wie Pendel auf Bewegungsablauf
  • Grenzwert von 50g (bei Größe EU 42)
  • zu schwere Einlage
    höherer  O2-Bedarf des Sportlers für gleiche Leistung
    negative Beeinflussung der Schwungphase des Spielbeins durch unerwünschte Bewegungsabläufe
6.  Belüftung
  • vermehrt Produktion von Fußschweiß & Wärme bei Sportausübung
  • elastisches, nicht erhitzendes & feuchtigkeitsabsorbierendes Material
    Vorbeugung von Blasenbildung an mechanisch belasteten Stellen
  • mehrschichtige Sandwichkonstruktion mit Durchlüftungslöchern in den einzelnen Lagen mit an der Unterseite großer kapillare Diffusionsfläche an der Unterseite für Feuchtigkeits- & Wärmeableitung

Fehler bei Sporteinlagen

  • unangepasste Gewölbestützen
  • harte und hohe Vorfußpelotten
  • unentkoppelter Rückfußbereich
  • schlechte Passform
  • schlechter Komfort
  • hohes Gewicht
  • schlechte Belüftung

Postoperative Einlagenversorgung

  • direkt postoperativ
    • entlastend
  • nach abgeschlossener Wund- und Knochenheilung
    • aktivierend
    • korrigierend
    • bettend
  • Indikationen
    • Hallux valgus/rigidus-Operationen
    • Klumpfußoperationen
    • ICP-korrelierte korrigierende Fußoperationen
    • posttraumatische Osteosynthesen im Fußbereich
    • Achillessehnenrekonstruktionen
    • tibiale oder femorale Umstellungsosteotomien
    • postoperative Beinlängendifferenzen
  • Ausführungen:
    • Außenranderhöhung (evtl. mit Gegenhalt) bei postoperativen varischen Achsdeviationen der UE
    • Innenranderhöhung (evtl. mit Gegenhalt) bei postoperativen valgischen Achsdeviationen der UE
    • Beinlängenausgleich mittels Einlage bei postoperative Beinlängendifferenzen (sinnvoll bis max. 1cm, bei >1cm evtl. Kombination mit Ausgleich auf Schuh)
    • Weichbettung des Operationsareal
      • Fersenhohllegung nach plant. Fersenspornabtragung
    • Metapolster/Metaleiste nach Hallux valgus-OPs (ca. 6 Wochen postoperativ)
    • Rigidusfeder nach Hallux valgus-OPs bei GZGG-Arthrose (ca. 6 Wochen postoperativ)
    • Vorfußentlastungseinlage nach Osteosynthesen aufgrund von Frakturen oder Fehlstellunge
    • propriozeptive Einlagenversorgung
      • Muskelungleichgewichte führen zu sekundären Muskelkontrakturen und in weiterer Folge zu Fußdeformitäten
      • St.p. OP von ICP-assoziierten Fußveränderungen (tonischer Spitzfuß und Knickfuß oder Klumpfußfelhaltung): Ursache der ICP-Fußdeformitäten immer Verkürzungen des Muskelbauchs und nicht der Sehnen Beeinflussung der zentralen Steuerung der Muskulatur durch propriozeptive Reize: Afferenzstimulierung zur Vorbeugung gegen neuerliche Muskeldysbalance
      • (v.a. Rezidivgefahr bei Wachstumschüben!)
      • Sustentaculumstütze
        • bei überwiegender Schwäche d. M. tibialis posterior
        • Druck auf retinaculum flexorum
      • Pronationskeil
        • bei fehlender Fußaußenrandhebung
        • Druck auf Peronealsehnenscheide zur Stimulation der Peronealmuskulatur
      • Prinzip: Form follows function!!!

Conclusio

  • Die beste und passendste Einlage kann in einem falschen Schuh vollkommen ihre Wirkung verlieren - die Beurteilung muss daher immer im  Zusammenwirken Einlage - Schuh erfolgen!
  • Eine schmerzhafte Einlage ist immer eine schlechte Einlage!
  • Eine schlecht passende Einlage ist schlechter als gar keine
Dr. Maximilian Schmidt

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